Schwierige zeiten für Rollstuhlfahrer

29. September 2008

Nachdem ich meinen Duschrollstuhl jetzt min. 7.300-mal im Einsatz hatte, hatte ich mich vor kurzem getraut einen Antrag auf ein neues Gerät zu stellen. Jeder, der sich ein wenig auskennt kann sich vorstellen, dass der tägliche Einfluss von Wasser, Seifen und Desinfektionssprays usw. auch bei bester Pflege seine Spuren hinterlässt. Der Duschrollstuhl ist aufgebraucht!

Heute habe ich die Antwort erhalten: Mit vorzüglicher Hochachtung schreibt die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft, dass ich zwar einen Duschrollstuhl erhalte, jedoch einen gebrauchten.

Ich bin der Meinung, dass es in einem der reichsten Länder der Welt (Platz 7) nicht sein darf, dass man Hilfs- u. Pflegematerial das zur Körperhygiene dient, gebraucht weitergegeben wird! Desinfektion hin oder her! Auch der Selbstbehalt für einen Duschrollstuhl darf keine 50 % betragen. Bei 10 % kann man sagen ok, aber 50 %. Sparen ist ok. Aber es darf auch nachgedacht werden!

Sparen kann man an vielen Stellen, jedoch ist es falsch bei Bedürfnissen des alltäglichen Leben von Menschen mit Behinderung den Rotstift anzusetzen. Sparen könnte man bei den Gehältern der Vorstände der Kassen, an der Anzahl der Kassen generell. An den großen Verpackungen von Medikamenten, bei denen dann die Hälfte des Inhalts im Mistkübel landet. Sparen könnte man auch am überdurchschnittlichen Verwaltungsapparat, an den Gebäuden der Versicherungen aber NIE an Personen die regelmäßig einzahlen und besondere Notwendigkeiten abzudecken haben. Und wenn man sich diesen Sachverhalt genau überlegt, sollte dieses Recht im Sinne der Gleichberechtigung klagbar sein.

Mich interessiert in so einem Fall immer, wer trifft diese Entscheidung? Wer hat die Kenntnis und die Fähigkeit ein solches Gesetz zu entwerfen? Ist das eine Schikane? Ist das böswillig? - Nichts von dem!!!

Ich nehme an, dass in dieser Position Personen sitzen, die rein von Zahlen gesteuert sind. Etwas mehr Bürgernähe, Hausverstand und Kompetenz sollte an dieser Stelle angebracht sein. Und ich rede nicht vom ausführenden Personal.

Alternativ würde ich für die “Macher” dieser Gesetze vorschlagen, eher den Beruf eines Steinmetz oder eines Landmaschinenmechaniker zu ergreifen. Da könnten sie dann mit einem riesigen Hammer draufhauen und müssten sich nicht um die Bedürfnisse von Menschen kümmern.

So klein ist die Welt

21. August 2008

Nach mehreren anstrengenden Wochen gepackt mit viel Arbeit, verbanden eine Freundin und ich den Termin in Pertisau mit einem Swiss-Trac Ausflug.

Wir hatten vor in die Gramei zu gehen/fahren. Leider wurde der Weg zunehmend schlechter. Wir hatten ein Bachbett zu queren. Und obwohl ich bisher nur ganz selten mit dem Swiss-Trac stecken blieb - ging nichts mehr. Wie es der Zufall will, stand ein Helfer neben dem Bach und half uns.

Am anderen Ufer dieses ausgetrockneten Baches angekommen, sagte er in schweizer Dialekt: “Sind Sie zufrieden mit dem Gerät?” Ich, “ja, danke, der Swiss-Trac hat mein Leben unheimlich bereichert und ermöglicht sensationelle neue Möglichkeiten für uns Rollstuhlfahrer.” Darauf er ganz cool: “Die baut mein Bruder”. - Jeder kann sich vorstellen, dass ich in diesem Moment sprachlos war!

Der Tag selbst, war wunderschön und sehr sehr entspannend. Vielen Dank auch an meine Begleiterin.

Noch was! Für alle Swiss-Trac FahrerInnen die mitlesen. Vom Parkplatz Pertisau geht ein ausgezeichneter asphaltierter Wanderwerg bis zum Gasthaus Falzturn (gemütl. 50 min.). Will man in die Gramei, muss man 800 m vor Falzturn auf die Straße wechseln (weitere 45 min.).

Zur Aufklärung: Das ist ein Swiss-Trac.

swisstrac.jpg

Den Jakobsweg mit dem Rollstuhl und dem Swiss-Trac genießen

14. August 2008

Nach einer sehr intensiven Zeit im Job brauchte ich im Urlaub eine leichte Lektüre. Da kam mir das Buch von Hape Kerkeling mit dem Titel “Ich bin dann mal weg” gerade recht.

In diesem Buch beschreibt Hape Kerkeling wie er den Jakobsweg erwandert und erlebt hat.

Auch wenn mir das Buch von Hape nur ein leichtes Lächeln auf die Lippen gezaubert hat, hat es doch den Geist in mir geweckt. Verschiedenen Bildbänden zum “Camino” wie dieser Weg auch bezeichnet wird, haben weiteres dazu beigetragen. Mittlerweile beschäftige ich mich ziemlich intensiv mit der Herausforderung “Jakobsweg”. - Man muss sich Ziele setzen und an den Zielen arbeiten, diese ins Jetzt holen, und visualisieren. Dann werden diese Ziele auch Realität. Ich werde den Jakobsweg mit dem Rollstuhl und dem Swiss-Trac befahren.

Die Gründe warum ich diesen Weg befahren will sind folgende (die Anzahl wird ständig erweitert):

  • Ich will mich gedanklich frei machen.
  • Ich will über eine lange Zeit hinweg täglich in der Natur sein.
  • Ich will kein Handy hören.
  • Ich will eine neue Erfahrung machen.
  • Ich will mit mir alleine sein - so gut es geht.
  • Ich will interessante Freundschaften schließen.

Als größtes Hindernis hat sich bis jetzt herauskristallisiert, dass die Wege teilweise sehr schwierig befahrbar sind. Schotterwege, steinige Wege sind kein Problem. Unmöglich sind jedoch Wege, die Trampelpfaden ähneln, auf denen große Steine liegen und ausgewaschen sind. OK, wenn ich diese Abschnitte kenne, kann ich diese umfahren. Ich werde dieses Problem - positiv formuliert - diese Herausforderung lösen.

Für Interessierte hab ich hier eine Linkliste zusammengestellt:

Jakobsweg im Wikipedia
Unterwegs mit sich selbst
Wir pilgern auf dem Jakobsweg

Reklamationsmangement

6. August 2008

Ich trage sehr gerne Schuhe der Marke Geox. Kosten einiges, sind aber einfach super!

Aber auch bei den besten Marken kommt es vor, dass nach einiger Zeit Materialfehler auftreten. Kann jedem Hersteller passieren und ist auch weiters kein Problem.

Ein Problem wird es für ein Unternehmen wie Geox erst, wenn es Vorort Unternehmen hat, die einfach unmöglich sind.

Bei uns in Kufstein hat diese Aufgabe die Firma Josef Abertini & Co aus Wörgl übernommen. Ein Unternehmen, vor dem ich bereits im Vorfeld  von mehreren Seiten gewarnt wurde, dass es mit Reklamationen unmöglich umgeht.

Diese Warnungen haben sich zu 100% bestätigt. Das Sprichwort: “Der Fisch beginnt immer am Kopf zu stinken.”, hat sich bewahrheitet. Die Verkäuferin ist sehr in Ordnung und hat sich bemüht. - Der Chef, eine Katastrophe! Nicht nur, dass die Aussage kommt: - So etwas gibt es bei uns sowieso nicht! Nein, er lässt den Kunden nicht einmal ausreden; und wenn man um die Telefonnummer des Verantwortlichen für Geox Schuhe in Österreich bittet, bekommt man die Antwort: Ich hab die Nummer zuhause, werde Sie aber noch heute verlässlich zurückrufen und Ihnen die Nummer mitteilen. - Heute ist Mittwoch, der Vorfall war am Montag. Herr Albertini, haben Sie etwas zu verbergen?

Mittlerweile habe ich den Kontakt selbst ausfindig gemacht. Mit ein wenig Internet Know-how ist das ganz einfach möglich ;-)

Danke!

20. Juli 2008

Im Lebensfreude Blog TRINERGY von Elisabeth habe ich gestern einen wunderschönen Beitrag gelesen. Es geht dabei ums danken, loben und ums preisen.

Hans Söllner hat uns durch unsere Jugend begleitet. Und 20 Jahre später gibts wieder ein Lebenszeichen. Auch eine Art “DANKE” zu sagen und nicht die schlechteste. Ich find dieses Video einfach genial! Danke für den Hinweis!